
Was ist Radon?
Radon ist ein Edelgas, das aus dem Zerfall von Radium entsteht, welches wiederum ein Zerfallsprodukt von Uran ist. Da Uran in unterschiedlichen Konzentrationen fast überall ist in der Erdkruste vorkommt, ist auch Radon praktisch überall im Boden zu finden. Radon ist auch in hohen Konzentrationen unsichtbar, geruchlos, ungiftig, weder brennbar noch explosiv, weder riech- noch schmeckbar. Es zerfällt mit einer Halbwertszeit von rund vier Tagen in radioaktive Folgeprodukte.
Das Erdreich besteht zu etwa einem Viertel aus Luft. Diese Bodenluft wird mit Radon angereichert, das nach dem Zerfall der Radiumatome aus dem Gestein bzw. aus den einzelnen Bodenpartikeln austritt. Damit wird die Bodenluft radioaktiv. Radioaktivität wird in Becquerel (Bq) gemessen. Ein Becquerel entspricht einem Atomzerfall pro Sekunde.
Die durchschnittliche Radonkonzentrationen in der Bodenluft liegt bei einigen 10000 Bq/m3. Der Richtwert in Wohnräumen liegt bei einigen 100 Bq/m3. Es genügen also geringe Mengen in Wohnräume eindringende Bodenluft um eine erhöhte Radonbelastung zu verursachen.
Gesundheitliche Auswirkungen
Der eigentliche gesundheitliche Schaden wird nicht vom Radon selbst verursacht, sondern durch die wiederum radioaktiven Zerfallsprodukte, Isotope von Blei, Bismuth und Polonium. Radon wird ein- und wieder ausgeatmet. Die Radonatome, welche in der Lunge zerfallen, hinterlassen Folgeprodukte direkt auf dem Lungengewebe. Diese Zerfallsprodukte bestrahlen die Zellen aus nächster Nähe.
Radon verursacht im Mittel etwa ein Drittel der jährlichen Strahlenbelastung in der deutschen Bevölkerung. Hinzu kommen ein großer Anteil aus medizinischen Anwendungen (Röntgen, CT usw.) und sonstige Expositionen (kosmische und terrestrische Strahlung, Baumaterialien usw.).
Radon belastet unsere Gesundheit mehr als der Reaktorunfall vonTschernobyl und alle bisher durchgeführten Atomwaffentests. Erst in den fünfziger Jahren wurde der Zusammenhang zwischen Radon und Lungenkrebs entdeckt. Radon und seine Folgeprodukte gelten nach dem Rauchen als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Nach aktuellen Erkenntnissen sind rund 10 Prozent der Lungenkrebserkrankungen durch Radon in Aufenthaltsräumen verursacht. In Deutschland führt dies zu etwa 2000 Todesfällen pro Jahr.
Radon ist heute ein weltweit bekanntes und anerkanntes Problem. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO weist darauf hin, dass Radon ein wichtiges Gesundheitsrisiko darstellt. In einigen Ländern gibt es bereits verbindliche Grenzwerte für die Radonkonzentration in Wohnräumen. In Deutschland gibt es lediglich unverbindliche Richt- oder Empfehlungswerte. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, ab einem Jahresmittelwert der Radonkonzentration von 100 Bq/m3 Maßnahmen zu ergreifen. Bei Werten über 1000 Bq/m3sollte zügig gehandelt werden.

wie gelangt radon ins haus?
Radon gelangt in erster Linie durch Undichtigkeiten im Keller in das Haus. Durch den Kamineffekt, warme Luft, die im Haus aufsteigt entsteht im Keller ein kaum spürbarer Unterdruck, der dazu führt, dass radonhaltige Luft aus dem Boden angesaugt wird. Im Winter ist dieser Effekt durch die Beheizung des Gebäudes stärker ausgeprägt. Typische Radon-Eintrittspfade sind Risse in der Bodenplatte oder den Wänden, unzureichend abgedichtete Rohr- und Kabeldurchführungen oder Abflüsse und Pumpensümpfe im Boden. Bei älteren Gebäuden kann das Radon auch durch Naturböden oder das Mauerwerk eindringen.
Durch Treppenaufgänge, Installationsschächte oder auch durch durchlässige Fußböden gelangt Radon auch in darüberliegende Stockwerke. Meist nimmt die Radonkonzentration aber nach oben hin ab.
Bei neueren Gebäuden mit Lüftungsanlage kann bei ungünstiger Lage der Luftansaugung oder bei Verwendung von sog. Luftbrunnen oder Erdwärmetauschern radonhaltige Luft angesaugt und in den Wohnräumen verteilt werden.
Weitere Quellen für Radon
- Wasser: Radongas kann sich – ähnlich wie Kohlendioxid – dem Wasser beimischen und mit der Wasserversorgung ins Hausinnere gelangen. Normaler Wasserverbrauch durch Kochen, Waschen oder Baden führt jedoch normalerweise zu keiner wesentlichen Erhöhung der Radongas-Konzentration in der Wohnung.
- Baumaterialien: Alle mineralischen Baumaterialien enthalten eine gewisse Menge an natürlichen Radionukliden und sind damit eine mögliche Quelle für Radon. Im Allgemeinen sind die Mengen aber sehr gering, so dass nicht mit einem signifkanten Beitrag zur Radonbelastung im Gebäude zu rechnen ist. Ausnahmen sind z.B. Schlackeschüttungen in Fehlböden oder Natursteinmauerwerk.
- Mineralien: Radioaktive Mineralien, wie etwa Pechblende, können zu einer höheren Radonkonzentration führen. Mineraliensammler sollten sich informieren und gegebenenfalls Messungen der Radonkonzentration durchführen lassen.
weitere informationen über radon
Bundesamt für Strahlenschutz:
http://www.bfs.de/de/ion/anthropg/radon
Bayerisches Landesamt für Umwelt
http://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_in_gebaeuden/index.htm
http://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_netzwerk/doc/liste_fachpersonen.pdf
(Liste der Radon-Fachpersonen)
Bayerisches Radonnetzwerk
http://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_netzwerk/index.htm
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/1751.htm
Bundesamt für Gesundheit, Schweiz
http://www.bag.admin.ch/themen/strahlung/00046/index.html?lang=de
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